Die 3-2-1-Backup-Regel in der Praxis: So sichern Sie Ihr Unternehmen richtig
„Wir machen doch Backups“ - und dann ist da ein verschlüsseltes NAS, ein abgebranntes Büro oder ein Ransomware-Befall, und alles ist weg. Die 3-2-1-Regel ist der einfachste Weg, dieses Risiko loszuwerden: 3 Kopien Ihrer Daten, auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 Kopie außer Haus. Klingt nach Aufwand, ist aber mit moderner Hardware an einem Nachmittag erledigt.
Was die Regel konkret bedeutet
3 Kopien heißt: die produktiven Daten, zum Beispiel auf dem Server, plus zwei Backups davon.
2 verschiedene Medien heißt: nicht alles auf eine Technologie setzen. NAS und externe Festplatte zum Beispiel, oder NAS und Cloud.
1 Kopie außer Haus heißt: irgendwo, wo Feuer oder Diebstahl im Büro sie nicht mit erwischen. Ein Familienangehöriger oder ein Zweitstandort mit einer externen Platte reicht dafür, oder ein Cloud-Anbieter.
Der Aufwand hat einen Grund: Die typischen Ausfallszenarien treffen unterschiedlich. Brennt das Büro ab, ist das NAS mit weg - dagegen hilft nur die Offsite-Kopie. Schlägt der Blitz ein und erwischt gleich beide NAS im selben Schrank, hilft nur ein zweites Medium. Verschlüsselt Ransomware alles, was sie erreichen kann, hilft nur eine Kopie, die gar nicht angeschlossen war.
Die Praxis-Umsetzung
Erster Schritt ist das lokale Ziel: ein NAS mit zwei Platten im RAID-1 als zentrales Backup-Ziel für alle Arbeitsplatzrechner. Das ist die erste Kopie, läuft automatisch und täglich.
Zweiter Schritt ist die zweite Kopie: eine externe USB-Festplatte, die wöchentlich angesteckt und synchronisiert und danach wieder abgesteckt wird. Eine Platte, die nicht angeschlossen ist, kann Ransomware nicht erreichen.
Dritter Schritt ist die Offsite-Kopie: entweder eine zweite externe Platte, die im Wechsel mit nach Hause genommen wird, oder ein Cloud-Backup mit Verschlüsselung, etwa bei Backblaze B2 oder als verschlüsseltes Backup auf einer Hetzner Storage Box.
Meine Empfehlungen
Bild: Vojtěch Brzek, Public Domain, Wikimedia Commons
Als Backup-NAS taugen der Synology DS223j oder der Synology DS224+, bestückt mit zwei NAS-Platten wie WD Red Plus oder Seagate IronWolf, im RAID-1 betrieben.
Für die Rotation eignen sich externe Platten wie WD Elements oder Seagate One Touch mit 4 bis 8 TB. Robust, günstig, genau für den wöchentlichen Wechsel gemacht.
Als Cloud-Ziel nutze ich meistens Backblaze B2 oder eine Hetzner Storage Box, ab etwa 6 Euro im Monat für die Datenmenge, die ein typisches KMU hat. Wichtig dabei: verschlüsselt sichern. Sonst ist die Cloud nur ein NAS, das jemand anderem gehört.
Die häufigsten Fehler
Das Backup liegt auf demselben Gerät wie die Daten, zum Beispiel nur auf einer anderen Partition des Servers. Damit ist es kein Backup, sondern eine zweite Kopie desselben Risikos.
Niemand testet die Wiederherstellung. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist bis zum Beweis des Gegenteils nur ein Gerücht.
Die Offsite-Platte bleibt dauerhaft angesteckt. Dann wird sie im Ernstfall mit verschlüsselt und war für die Katz.
Meine Empfehlung
Setzen Sie die 3-2-1-Regel um, bevor etwas passiert. Die Hardware dafür kostet unter 500 Euro, ein Datenverlust kostet schnell das Fünffache. Ich richte Ihnen das komplette Backup-Konzept ein, inklusive Wiederherstellungs-Test - kontaktieren Sie mich.
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